Ferrophilie (die) f. – Versuch einer Definition

Ferrophilie – die (f) Ausdruck für Menschen, die eine unbändige Lust verspüren, Eisenbahnwaggons, Lokomotiven und Bahnangestellte in Uniformen, sowie Stromleitungen und Geleise zu bumsen. Ferrophile leben oft im Schotter der Bahnstrecken und sind nacktaktiv. Sie pimmeln den Geleisen entlang und vergehen sich dabei immer wieder an Waggons.  Ferrophile sind gefährlich und neigen zur Selbstverherrlichung. Sie sehen sich als „King ufem Häfi“ und nuckeln dabei gerne auch mal an einem ausgedienten Eisenbahn-Rad, dass sie immer in einer speziellen Vorrichtung auf dem Rücken tragen.

Ferrophile tragen oft einen Bart, den sie zum Schlafen auf die Geleise legen. Mittels Barthaare sind sie fähig, Schwingungen weit entfernter Züge im Schotter aufzunehmen, was sie besonders erregt. Dabei geben Ferrophile Geräusche von sich, die entfernt an den Brunftschrei des Flugsauriers erinnern. Dabei spreizen sie ihre Arme und pimmeln 34 Meter vorwärts um dann abrupt stehen zu bleiben. Am häufigsten ist das Ritual bei Regen in unmittelbarer Nähe von Strommasten zu beachten. Dazu stehen sie barfuss auf die Leitung.

Ferrophile werden in der Regel nicht sehr alt. Sobald sie das Brunftalter erreichen, sterben sie.

Ferrophile sind nur einmal pro Jahr zur Fortpflanzung fähig. Sollte es zum Akt kommen, begeben sie sich dazu in die Spanisch-Brötlibahn in Dietikon. Das Ritual wurde bisher allerdings noch nie an einem lebenden Exemplar beobachtet. Es ist daher unklar, woher Ferrophile kommen und von was sie abstammen. Man geht davon aus, dass die Spanisch-Brötlibahn an allem Schuld ist. Eine Gruppe, die sich „die verlassenen Lebenspartner nennt“ versucht daher auf politischem Wege die Spanisch-Brötlibahn zu verschrotten. Ihre bekanntesten Mitglieder sind Erich von Däniken, sein bester Freund Florian „Flöru“ Ast sowie Beat Breu.

Alle drei wurden Opfer der Bahn 2000, die seither auch als „Scheidungslok“ bekannt ist. Die SBB weigert sich bis heute Stellung zu nehmen. Im Mai wurde bekannt, dass der Hund von Florian Ast aus Kummer über Asts Engagement Selbstmord begangen hat. Der Blick berichtete in einer 29-teiligen Sonderserie darüber.

Die Ferrophilie kennt viele Opfer. Helfen sie vorbeugen. Fressen sie ihr Billet und gehen Sie gefälligst zu Fuss.

Beachten Sie bitte, dass es sich hier um den Versuch einer Definition handelt. Der Artikel wurde vom Verfasser an das renommierte Branchenmagazin „Bahn und alles sie nie darüber wissen wollten“ gesandt. Hier die Antwort des Chefredakteurs Dr. E. Geiles Au

Sehr geehrte Frau Ferophiliâ Ferophilie

Vielen Dank für ihre Einsendung. Leider können wir Ihren Artikel nicht mehr in der nächsten Auflage veröffentlichen. Aus aktuellem Anlass werden wir die Tragödie im Simplon-Tunnel, mit einer nachgestellten Bildstrecke, auf denen für sie vorgesehenen 36 Seiten aufarbeiten. Es tut mir sehr leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihren Artikel erst in der nächsten Ausgabe Bahn 2030 veröffentlichen werden.

 Nichtsdestotrotz möchte ich gerne noch einige Anmerkungen zu Ihrem Text machen.

– Zuerst möchte ich einmal mit dem Vorurteil aufräumen, dass Ferrophile mit den Wagen, Locks, Puffer, u.ä. sexuelle Akte vollziehen. Sie vergehen sich ausschliesslich oral an der Infrastruktur und dem Rollmaterial. Dies ist auch der Grund, wieso sie umgangssprachlich als Pufferküsser bezeichnet werden.

– Des Weiteren findet das Ritual nicht nur bei Regen statt, sondern auch bei jedem zweiten Vollmond, nach der Mond den Wassermann durchschreitet.

– Nebst einem Bart tragen die Ferrophilen meist Sandalen oder alternativ auch Birkenstock. Auch leiden die meisten an geringem Übergewicht.

– Teilweise Treffen sich Ferrophile auch bei so genannten Model Conventions, welche europaweit stattfinden. An diesen Convetions werden die neuesten Errungenschaften der Modelbahnindustrie vorgestellt. Auch werden Weiterbildungsseminare für die geheimen Rituale der Ferrophilen-Gemeinschaft angeboten.

– Als weiterer Ferrophiler, wenn bisher auch noch nicht publik, müsste Sven Epiney aufgeführt werden. Er wird sein Outing am 12.06.2030 vornehmen, also gerade noch rechtzeitig für unsere nächste Ausgabe

– Ich wäre Ihnen auch sehr verbunden, wenn sie nebst dem zu Fuss gehen auch die Fortbewegung mittels Fahrrad erwähnen würden, um die Ferrophilie einzudämmen.

Ich bitte sie diese Ergänzungen in Ihren Text einzuarbeiten und mir dann die überarbeitet Kopie zukommen zu lassen. Der Termin dafür ist der 31.03.2030 Vielen herzlichen Dank für ihr Engagement gegen die Ferrophilie und für die Erstellung und Recherche des Artikels.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Mir freundlichen Grüsse

Frau Dr. E. Geiles Au

Chefredakteurin Bahn und alles was sie nie darüber wissen wollten

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Über Ferophiliâ
Ich bin ein ferophiler Ferophile, der ständig herumferophiliert.

One Response to Ferrophilie (die) f. – Versuch einer Definition

  1. kerstin says:

    ein wirklich gelungener artikel! davon müsste es mehr geben. ich bin unglaublich begeistert und überlege mir nun auch ein ferrophiler zu werden. gibt es irgendwelche clubs, denen man beitreten kann? wo finde ich gleichgesinnte?

    kerstin h. / oberhausen

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